Greta Gerwig ganz gross – Rebecca Millers «Maggie’s Plan»

Nicht nur Partner Noah Baumbach und Kollege Whit Stillman finden Greta Gerwig unwiderstehlich – deshalb ist Rebecca Millers witzige alternative romantische Komödie nicht zuletzt eine Hommage an die wunderbare Königin des Mumblecore.

Maggie (Greta Gerwig) will ein Kind. Aber nicht unbedingt einen Mann. Also freundet sie sich mit dem kuriosen Gurkenverkäufer Guy (Travis Fimmel) an – oder auch nicht. Aber zumindest ist er bereit zu einer Samenspende. Doch dann verliebt sich Maggie in den verheirateten Unidozenten und Vater John (Ethan Hawke), der aber unter der Knute seiner dominanten und ebenfalls dozierenden dänischen Frau Georgette (Julianne Moore) lebt…

Maggie mit Vater in spe und Gurkenverkäufer Guy. (Bild: zVg)

Maggie mit Vater in spe und Gurkenverkäufer Guy. (Bild: zVg)

Greta Gerwig hat bereits mit Woody Allen zusammengearbeitet. Und wenn «Frances Ha» vielleicht das schwarzweisse «Manhattan» ihrer Karriere ist, dann ist «Maggie’s Plan» ihr «Annie Hall». Die Vergleiche hinken zwar, stimmen aber vielleicht doch. Rebecca Millers Drehbuch, das sie zusammen mit Karen Rinaldi (nach Rinaldis unveröffentlichten Romanfragment) geschrieben hat, erinnert aber wohl noch stärker an den nicht unumstrittenen Meister aus Brooklyn. Während in «Annie Hall» Marshall McLuhan einen Gastauftritt hatte, wird in Millers witzigem Film Slavoj Žižek erwähnt. Ethan Hawke lässt sich hier zum ersten Mal von einer Regisseurin betreuen, und er hat Glück: «Maggie’s Plan» ist wohl Rebecca Millers bester Film überhaupt. Die die Musik wurde von Beastie Boy Adam Horovitz (Ad Rock) ausgewählt und fokussiert dabei auf klassischen Reggae und Ska. Rachael Horovitz, Ad Rocks Schwester, fungiert als Koproduzentin.

Der Film ist natürlich perfekt besetzt, auch wenn Julianne Moores Akzent eher deutsch (mit Public-School-Einschlag) denn dänisch klingt und es auch unklar ist, weshalb ihre Filmtochter schwedisch parliert. Aber das tut wohl nichts zur Sache: Julianne Moores Akzent mag fake sein, aber auch sie ist (vielleicht gerade deshalb!) natürlich sehr witzig in diesem mehr als nur empfehlenswerten Film. Im Nebenrollen sind u.a. Maya Rudolph, Bill Hader und (ganz kurz) der famose Wallace Shawn zu sehen. Der wirkliche Star ist aber natürlich Hauptdarstellerin Greta Gerwig, und es ist sicher kein Zufall, dass der Name ihrer Figur (Maggie – Margaret) eigentlich identisch ist mit ihrem bürgerlichen Namen (Greta – Margareta)… die Namen ihrer Männer im Film hingegen stehen für den Mann oder Typ an sich: John und Guy, sind also so bedeutungslos wie nur möglich.

 «Maggie’s Plan». USA 2015. Regie: Rebecca Miller. Mit Greta Gerwig, Julianne Moore, Maya Rudolph, Ethan Hawke, Bill Hader, Wallace Shawn u.a. Deutschschweizer Kinostart am 18. August 2016.

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