Von Gregor Szyndler Frau Trullas «neue» Augen: links und rechts von der Nase, Höhe Ohrenspitzen, gleich unterm Haaransatz, die zwei Gallertkörper. Es war also einmal Frau Trulla, und Herr Trullo war folglich einmal auch, in Hans Bisseggers Sprechzimmer in der Schönheitsklinik waren sie beide einmal – dick eingepackt von der…
Von Gregor Szyndler Arbeit bahnt sich an: die Patientin Frau Trulla und ihr Mann, Herr Trullo, stürmen Bisseggers Büro. Die beiden, in einigen Details gezeichnet. «Sie sind aber noch nicht dran!», ruft Bissegger. «Es gab Verzögerungen. Gehen sie ins Wartezimmer, Frau Trulla, ich werde sie rufen lassen!» Frau Trulla aber…
von Gregor Szyndler Hans Bissegger redet Süsswasserkrebsen in einer Kaffeetasse zu. Ein Anruf und der Gedanke an eine Motorsäge versäumt ihn so lange, bis sein Viertelvor-Termin die Tür zum Büro eintritt. Hans Bissegger fährt den PC herunter: bekanntlich lässt es sich sonst nicht arbeiten. Er ist unschlüssig, wie es weitergehen…
«VARIATIONS» heisst die komparatistische Literaturzeitschrift der Universität Zürich. Ganz dem Diskurs in Sachen Literaturwissenschaft gewidmet, bietet sie eine dreisprachige, transdisziplinäre Plattform zu vordefinierten Themen. Die aktuelle Ausgabe 20/12 verschreibt sich dem Thema «Musik und Literatur». Wie in allen Ausgaben der «VARIATIONS», finden sich auch in der aktuellen Nummer literaturwissenschaftliche Artikel…
Von Gregor Szyndler Hans Bissegger schreibt ein WWW-Inserat. Einen ganzen Haufen Zeit später kann Hans Bissegger sich endlich aus dem turbulenten, wie immer hektischen Praxisvormittag loseisen. Er stellt die Kaffeetassen zur Seite und klingelt nach seiner Vorzimmerdame, damit sie die Beige aus dem Büro holt. Sie tut wie geheissen, wenn…
Von Gregor Szyndler Eine Kettenreaktion und schon wieder ein Anruf. Ein dubioses WWW-Angebot wird aufgesetzt. «Verpissen Sie sich», brüllt Hans Bissegger Ernst Fröhlich an, «aber ein bisschen dalli!» – doch sein Widersacher, Morgenluft witternd, bleibt im Büro. Fröhlich kramt einen Notizblock hervor und beginnt, vergnügt pfeifend, summend, glucksend, Notizen zu…
Von Gregor Szyndler Daniel Kehlmanns Lesung an den Zürcher Festspielen 2013 als Ausgangspunkt einer Distanzen wie Nähen vermessenden Begegnung. Zürich, 16.6.2013 – Warum geht man an den ersten Sonnentagen des Jahres ins Theater? Weil es dort angenehm heruntergekühlt und klimatisiert ist. Wenn sich dann auch noch der Schriftsteller Daniel Kehlmann…