Von Jan Decker Eine posthume Begegnung zwischen Roland Barthes und Peter Hacks: Jan Decker inszeniert die Dialektik als Drehung des Weltgeists um die Nuance. Klarheit scheint auf als Resultat genauester Lektüre. das neutrum (ab). Mit dieser Regieanweisung beendete Roland Barthes eine seiner Vorlesungen am Collège de France, die er von…
Von Michel Schultheiss Wenige Basler Bars haben bei der Namensgebung derart auf das Zeitgeschehen geachtet wie diejenige an der Ecke Klybeck-/Offenburgerstrasse. War das Lokal vor wenigen Jahren noch unter dem seltsamen portugiesisch-englischen Wortkonstrukt «Novo Help» und später als «Red Royce» bekannt, so präsentiert es sich nun viel direkter und unverblümter.…
Von Michel Schultheiss Es hat ihn tief ins Unterland verschlagen. Fröhlich schlendert er mit der ergatterten Glocke unter der Johanniterbrücke hindurch. Dabei lächelt der Schellenursli der blau beleuchteten Neonschrift «Claudia ich liebe dich oder so 22.25 Uhr» zu. Im Unterschied zu jener Installation am Brückenpfeiler, die wohl jedem Besucher der…
Von Mirco Melone Anfang Februar hat Silvia Flubacher mit ihrem Essay «Geschichte – populär und unterbewertet?» an dieser Stelle ein Thema angeschnitten, das mich selbst in hohem Masse beschäftigt. Ihre klare Diagnose lautet, dass das Interesse an der Geschichte generell hoch ist, dabei aber die Finanzierungslage für Forschungsprojekte eher bescheiden…
Von Michel Schultheiss Welten können bisweilen aufeinanderprallen – so etwa, wenn der Tag der Arbeit auf die Baselworld fällt. Unmittelbar neben den luxuriösen Gefilden der Uhren- und Schmuckmesse fand der Abmarsch des traditionellen 1. Mai-Umzuges statt. Rote Flaggen mischten sich unter die blauen Baselworld-Wimpel und vor dem Hintergrund der neuen…
Von Michel Schultheiss Wenn High Heels, Nadelstreifenanzüge und Luxusuhren das Stadtbild prägen, wenn in den Trams ein babylonisches Sprachgewirr zu vernehmen ist und beim Messegelände vermehrt Polizisten und schicke Schlitten zu sehen sind, steht fest dass die Baselworld begonnen hat. Dieser Jahrgang dürfte besonders prunkvoll daherkommen: Der neue Messebau feiert…
Nach zwei Wochen Lektüre von Jonathan Franzens Roman «Freedom» blieb mir kein Ausweg: Ich wurde zum Feministen und fühle mich durchgenudelt. Von Andy Strässle Amerika, Amerika! Fitness-Wahn, Pillen- und Psychotherapie-Sucht, die Glaubwürdigkeit der Indie-Rocker, Immobilien-Boom, das Schicksal der Zugvögel und eine episch ausgelegte Familiengeschichte. Jonathan Franzen, Autor der Romane «The…