In Anatolien wird die Beschneidung des kleinen Mert (Mert Tastan) gefeiert. Nur hat die Familie gar kein Geld – und zu allem Unglück ist der Vater Ismail (Cahit Gök) mehr an einer Prostituierten (Nursel Köse) in einer nahe gelegenen Stadt interessiert als am Wohlergehen seiner Familie.
Michael Stauffer schreibt nicht nur, er unterrichtet auch am Bieler Literaturinstitut. Angenommen, er hätte sich als Autor von «Ansichten eines alten Kamels» am Literaturinstitut beworben: Welche Ratschläge hätte der lehrende Stauffer seinem dichtenden Alter Ego gegeben?
«Deux jours, une nuit» der Dardenne-Brüder ist ein Film über vieles. Über die (Nicht-)Demokratie, über den Kapitalismus und seine Logik, die die Demokratie zweckentfremdet, und über die Möglichkeit von Alternativen.
«Die Schere im Kopf» ist eine ausserordentliche Erzählung von Dominik Riedo. Er beschreibt in Bewusstseinsschüben die letzten fünf Tage eines «Lieber-nicht-Geborenen». Am Ende des Vexierspiels bleibt eine tödliche Gewissheit.
Auf den Spuren von Arno Schmidt: In Michael Perkampus‘ «Entropia, oder Hochzeit auf dem Lande» verlieren wir uns mal lustvoll, mal frustriert im Bilderreigen des Unterbewusstseins.
Der Basler Schriftsteller und «Zeitnah»-Mitbegründer Andy Strässle legt mit «Versprochen: Eine Liebesgeschichte» einen verstörenden, im besten Sinn des Wortes trügerischen Roman vor.
Nazaret Manoogian (Tahar Rahim) ist Armenier und lebt mit seiner Familie nahe der syrischen Grenze. Doch es herrscht Krieg, und das Osmanische Reich hat sich entschieden, auch die armenische Bevölkerung in den Krieg zu schicken – das sagen die Gendarmen, die Nazaret abholen, jedenfalls. Doch bald schon wird klar, dass…