Home Sweet Home – Gerard Johnstones «Housebound»

Nach  «What We Do in the Shadows» kommt ein weiterer witziger Horrorfilm aus Neuseeland nach Basel – «Housebound» ist zugleich Gerard Johnstones erster Spielfilm. Absolut sehenswert!

Angeblich unter dem Einfluss von Metamphetaminen und Alkohol versucht eine junge Frau namens Kylie (Morgana O’Reilly), einen Bankomaten zu knacken, zusammen mit einem Komplizen, der sich allerdings auch nicht sonderlich geschickt anstellt. Der Richter will Kylie diesmal aber nicht zum x-ten Mal in die Therapie schicken, sondern entscheidet sich für eine viel härtere Strafe: Hausarrest bei Mutter Miriam (Rima Te Wiata) und Stiefvater Graeme (Ross Harper). Bald schon stellt sich heraus, dass es in dem Haus spukt – doch der Psychologe Dennis (Cameron Rhodes) hält alles für Einbildung…

Die Ruhe vor dem Sturm... (Bild: zVg)

Die Ruhe vor dem Sturm… (Bild: zVg)

In der Tradition von Peter Jacksons frühen Werken spritzt in «Housebound» ab und zu mal das Blut – besonders gruselig ist der Film zwar wohl nicht (schliesslich handelt es sich wie bei «What We Do in the Shadows» um eine Horrorkomödie), wer aber dem etwas brachialeren, handfesteren Humor abgeneigt ist und bei Blut jedes Mal wegschauen muss, sollte wohl besser zu Hause bleiben. Alle anderen werden sich ergötzen an den skurrilen Figuren und Einfällen und an den witzigen Dialogen. Ein Genrefilm, der es in sich hat – Regisseur Gerard Johnstone hat denn auch das Drehbuch gleich selber verfasst. Im Moment arbeitet er übrigens wieder für das Fernsehen – trotz Lord of the Rings und dem Hobbit ist Neuseeland halt doch keine grosse Filmnation. Aber es ist natürlich trotzdem immer wieder bemerkenswert, was für starke Streifen aus dem Inselstaat zu uns kommen. Die Urbevölkerung, die Maori, sind dabei zwar durchaus präsent, auch wenn wie auch schon in «What We Do in the Shadows» nicht unbedingt als Teil der Filmhandlung (auch wenn Miriam einmal eine Maori-Frau positiv erwähnt – die Schauspielerin selbst ist notabene zumindest dem Namen nach selber Maori). «Housebound» ist ein Film, der denn auch Themen behandelt, die Menschen jenseits ihrer ethnischen Wurzeln beschäftigen – schwache oder abwesende Väter, die Justiz, Menschen und ihre kleinen und grossen Probleme, sympathische Aussenseiter – und natürlich spukende Geister (?)… Mehr sei hier aber nicht verraten!

«Housebound». Neuseeland 2014. Regie: Morgana O’Reilly, Rima Te Wiata, Glen-Paul Wara, Ross Harper, Cameron Rhodes, Ryan Lampp u.a. Basler Premiere am Freitag, 1. Mai 2015, im Filmclub B-Movie. Spielezeiten siehe hier: http://www.b-movie.ch

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