Inserate-Plattform stoppt Diskriminierung von Einheimischen

Basel (gopf.) – Wohnungsinserate, welche ausschliesslich Schweizer Singles mit geregeltem Einkommen vorbehalten sind: Mit dieser Massnahme soll auf der Plattform «Uni Basel Marktplatz» gegen die Benachteiligung dieser Bevölkerungsgruppe vorgegangen werden. Alex* kann aufatmen. Die Wohnungssuche ist für den 23-jährigen Wirtschaftsstudenten in den letzten Monaten zu einem Spiessrutenlauf geworden. «Bloss weil ich keinen Migrationshintergrund habe und im Gegensatz zu vielen meiner Kommilitonen über ein gesichertes Einkommen verfüge, erhielt ich von Vermietern stets schnöde Absagen», bedauert Alex in einem Gespräch mit «Zeitnah»-Lektor Hans Hammer. Dieser hat die Hintergründe zur Meldung der Agentur gopf. recherchiert und ist dabei mit Alex auf einen Leidtragenden der bisherigen Inserate-Politik der Uni gestossen.

Wohnungsinserat

Wider die Usurpation der Basler Wohnungen durch fremdländische Paare, welche von der Sozialhilfe leben: Die ausgeschriebene Wohnung bietet alleinstehenden Deutschsprachigen die Möglichkeit, unter sich zu bleiben.

Der junge Akademiker weiss, wovon er spricht: Als Student, der einen anständig bezahlten Job in der Consulting-Firma seines Onkels ausübt und zudem monatlich einen grosszügigen Geldbetrag von seinem Vater überwiesen bekommt, geriet bei der Wohnungssuche stets ins Hintertreffen. Nebst seinen finanziellen Mitteln sei auch die Herkunft für den Schweizer vielfach zu einem ernsthaften Problem geworden. Er stellt fest: «Wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann, wurden preisgünstige Wohnungen immer an Studierende aus Ländern wie Tansania, Montenegro oder Honduras abgegeben – an Leute, die oft nicht einmal der deutschen Sprache mächtig sind.» Zudem seien die betreffenden Mieter stets in Paaren oder gar mit Nachwuchs, oft mit der ganzen Sippe, zu den Besichtigungsterminen gekommen, erinnert sich Alex. «Nur weil ich Schweizer, Single und gut verdienend bin, habe ich aber ebenso einen Anspruch auf eine günstige Altbauwohnung», findet der Student, dessen Loft zu eng geworden ist, was die Suche nach einer Zweitwohnung unabdingbar machte. «Dennoch bedeutet das nicht automatisch, dass ich eine lärmige Multikulti-Nachbarschaft möchte», betont er.

Nun gibt es einen Hoffnungsschimmer für Wohnungssuchende wie Alex. Die Inserate-Plattform Uni Basel setzt nun auf Inserate, welche dieser Diskriminierung ein Ende setzen sollen. Den Anfang ein Vermieter am Wasgenring (siehe Bild) gemacht: Künftige Mieter können hier sowohl auf einen günstigen Tarif wie auch auf eine ausschliesslich deutschsprachige und ruhige Nachbarschaft zählen.

Der Vorstand der Jungbürgerlich-libertären Partei (JBLP) Basel-Stadt hat sich bereits zu dieser Trendwende bei den Studenten-Wohnungsinseraten geäussert. «Wir begrüssen den mutigen Schritt des Uni-Marktplatzes», meint Luzi F. von Orelli, Präsident der kantonalen Sektion der Jungbürgerlich-Libertären. «Wir setzen uns zwar für die Freiheit des Individuums ein und lehnen daher grundsätzlich Verordnungen jeglicher Art ab. Doch da mit dieser Massnahme die Entscheidungsfreiheit der Vermieter gestärkt werden kann, sehen wir darin einen Schritt in die richtige Richtung», meint von Orelli.

Ob Alex die ausgeschriebene Wohnung schlussendlich erhalten hat, konnte Hans Hammer noch nicht ermitteln. Auf jeden Fall wurde das Inserat mindestens zweimal, im Abstand von mehreren Wochen, aufgeschaltet, was auf eine grosse Nachfrage nach Wohnraum für ruhige deutschsprachige Alleinstehende mit geregeltem Einkommen schliessen lässt.

*Name der Redaktion bekannt

3 Gedanken zu “Inserate-Plattform stoppt Diskriminierung von Einheimischen

  1. Workaholic

    Waaas?

    Keine Wohnungen mehr für hoch subventionierte Muttersöhnchen? Keine Zweitwohnung, wenn die Loft nicht mehr reicht?!

    Ich schweige betreten im begehbaren Kleiderschrank.

    Die Jungliberal-pubertäre Partei kannte ich nicht.

    Danke für diesen Augenöffner, smi, Sie können es also auch *ohne* Foto!

  2. Luzi F. von Orelli

    Sehr geehrter Workaholic
    Nun ergibt sich die einmalige Gelegenheit für Sie, uns kennenzulernen. Wir laden Sie herzlich zu unserem Partei-Apéro ein.
    Wir heissen übrigens Jungbürgerlich-libertäre Partei (JBLP) und nicht anders. Pubertär sind einzig und allein die Gutmenschen, welche mit DDR-Methoden Wohnraum für das unproduktive Prekariat schaffen wollen. Als Workaholic mit guter Arbeitsmoral gehören Sie da aber offensichtlich nicht dazu. Wie der im Artikel genannte Alex wissen auch Sie hoffentlich, was Eigenverantwortung bedeutet und wären daher gut bei uns aufgehoben.
    Mit freundlichen Grüssen
    Luzi F. von Orelli, Päsident der JBLP Basel-Stadt

  3. stefan

    Zum Inserat: Ist das Smiley ganz am Schluss quasi ein Schutz gegen allfällige Xenophobie-Vorwürfe? Vielleicht war es auch ein Hipster-Inserat, welches nur „ironisch“ gemeint war :)

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