Frühaufsteher vor!

Eine neue Brettspielrezension auf Zeitnah: In „Fresko“ von Queen Games eifern wir den grossen Künstlern der Renaissance nach und streiten uns um die besten Plätze an den Malerständen und im Kirchendom – alles in der Hoffnung, die prestigeträchtigsten Bilder zu malen.

 

„Fresko“ ist ein Spiel, das uns in die Blüte der Renaissance versetzt: Wir schlüpfen in die Rolle von Freskenmalern, welche für den Bischof das grosse Deckenbild eines Doms restaurieren sollen. Man muss Farben organisieren, miteinander mischen und daraus prächtige Bilder erschaffen. Dazu planen wir an jedem Morgen unseren Arbeitsplan, angefangen bei der Uhrzeit, zu der wir unsere Malergehilfen aus dem Bett scheuchen wollen. Wer früher aufsteht, darf zuerst Farben einkaufen gehen und restaurieren, doch dies verschlechtert auch die Laune der Angestellten. Theaterbesuche und spätere Weckzeiten heben die Stimmung wieder, nur steht man dann auf dem Markt womöglich vor leeren Farbständen.

 

Wer zuerst kommt…

 

Dieses Dilemma führt zu einem spannenden Wettstreit zwischen den Spielern. Reicht es, wenn ich um 6 Uhr aufstehe? Bekomme ich dann wohl das wertvolle Grün? Oder soll ich lieber noch einen Gehilfen ins Atelier schicken? Selten funktioniert alles so, wie man geplant hat, aber es gibt immer mehrere Wege zum Ziel bzw. zur richtigen Farbmischung, um auch mal eins der grösseren Fresken mit Lila und Orange für sich zu holen. Notfalls verschönert man den Kirchenaltar oder verdient durch Porträts zusätzliches Geld.
Der Spielverlauf bleibt bis zum Ende hin offen, meist ergibt sich erst im allerletzten Zug, wer gewinnt. Die Mechanismen greifen so geschickt ineinander, dass Anfänger dieselben Chancen wie Fortgeschrittene haben – fast jeder Rückstand kann aufgeholt werden. Drei oder vier Spieler sind die optimale Besetzung, doch auch zu zweit funktioniert das Spiel gut.

 

„Fresko“ sind gratis drei Erweiterungen beigelegt, die das Grundspiel sinnvoll ergänzen. Spezielle Porträts, Aufträge des Bischofs und die besonderen Farbmischungen Pink und Braun lassen sich einzeln oder kombiniert einsetzen und verleihen dem Spiel zusätzliche Atmosphäre und Taktiken. Nicht nur deswegen wurde „Fresko“ zum Spiel des Jahres 2010 nominiert: Es spielt sich flüssig, abwechslungsreich und bleibt spannend bis zum Schluss.

 

zVg

 

Fresko
Von Marco Ruskowski und Marcel Süsselbeck
2 – 4 Spieler, ca. 60 Minuten, ab 10 Jahren
ca. CHF 50.-
Erschienen 2010 bei Queen Games

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