Die Horror-Clowns von «Trumpville» – Mitchell Altieris «The Night Watchmen»

Nachtwächter werden von teuflischen Zombie-Vampiren bedroht. Der Filmemacher Mitchell Altieri verbindet gekonnt Topoi des Zombie- und Vampirfilms in seinem neuen Film, der immer wieder mit witzigen und bewusst abgedroschenen Ideen überrascht. Trash auf höchstem Niveau!

Baltimore, USA. Ken (Ken Arnold), der Italiener Luca (Dan DeLuca), der Schwarze Jiggetts (Kevin Jiggets) und ihr neuer Kollege Rajeeve (Max Gray Wilbur) sind Nachtwächter in einem Bürogebäude. Alles geht seinen gewohnten Gang: auf ihren Flachbildschirmen beobachten sie alles – oder auch nicht. Schliesslich lebt der Mensch nicht von der Arbeit alleine – «all work and no play makes Jack a dull boy», um Kubricks Horror-Klassiker «The Shining» zu zitieren. Doch plötzlich ist im Gebäude die Hölle los – teuflische Clowns, die sich bald schon als abgefuckte Vampire herausstellen, attackieren und infizieren die Bürolistinnen… nur Karen (Kara Luiz) kann sich retten und unterstützt die Nachtwächter bei ihrem «wild work».

Galerie des Schreckens. (Bild: zVg)

Galerie des Schreckens. (Bild: zVg)

Rumänien. Das Land der Vampire und Werwölfe. Offenbar hat sich der Clown Blimpo dort infiziert und nun zittert die ganze Welt vor seinen teuflischen Vampir-Clowns. Dass dieser Film 2017, im ersten Jahr des präsidentiellen Trumpismus, seinen Weg in die Kinos findet, ist schon verblüffend. Denn wer wenn nicht Trump ist eine Art teuflischer Clown, der mit seinen absurden Anschuldigungen via Twitter die Welt im Atem hält? Nicht verwundern darf, dass in «The Night Watchmen» der Konflikt zwischen verschiedenen Ethnizitäten eine wichtige Rolle spielt. Jiggetts muss sich nämlich immer wieder rechtfertigen, dass er den schwarzen Strassenslang aus dem Hip-Hop nicht kennt, Rajeeve wiederum erinnert in einem gewissen Sinne an Rachel Dolezal – doch mehr sei hier nicht verraten. Auch Jiggetts religiöse Wurzeln (die an einen anderen Horror-Klassiker erinnern) sollen hier geheim bleiben. Ko-Autor Dan DeLuca als Luca wiederum spielt den Bühnenitaliener, was in diesem (Genre-) Film, der gerade musikalisch starke Retro-Züge aufweist, bestens passt.

Nach den weltweiten Clown-Attacken ist Altieris Film natürlich aktueller denn je – Oberclown Trump hin oder her. Nach Stephenie Meyers keuschen Vampiren ist es wieder Zeit für echt diabolische Vampire! Nichts für zartbesaitete Gemüter – aber wie Slavoj Zizek in der NZZ sagt: die Realität ist halt nun mal krass [1]. Sich davor zu schützen, indem man in der Kunst reale und irreale Konflikte ausblendet, kann nicht die Lösung sein. Ausserdem ist im Moment jeder Blick in die Tagesschau oder in die Zeitung ja der grössere Horror als jeder Horrorfilm… darauf ein Donut!

«The Night Watchmen». USA 2017. Regie: Mitchell Altieri. Mit Ken Arnold, Dan DeLuca, Kevin Jiggetts, Kara luiz, Max Gray Wilbur, Diona Reasonover u.a. Premiere am 31. März 2017 im Filmclub B-Movie Basel; http://www.b-movie.ch

[1] https://www.nzz.ch/feuilleton/sex-verbote-das-leben-ist-nun-einmal-krass-ld.153338

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