Reise zurück in die Eighties – Cris Jones’ «The Death and Life of Otto Bloom»

Schon Albert Einstein wusste: Zeit und Tod sind nur eine Illusion, dem menschlichen Unvermögen geschuldet. Otto Bloom hat es als erster Australier – und natürlich erster Mensch überhaupt – geschafft, die Zeit umgekehrt zu erleben und so einen Einblick zu gewinnen in die wirkliche Beschaffenheit der Zeit.

Otto Bloom (Xavier Samuel) ist ein Superstar. Ein Mann ohne Erinnerung, ohne Eigenschaften. Bis ihn seine eigene Eudora Fletcher, sie heisst hier Ada (Rachel Ward), unter ihre Fittiche nimmt und ihn kennen und lieben lernt. Bloom wird zur Sensation: der Mann, der in die Zukunft sieht. Doch als die Presse Wind bekommt, dass Bloom und seine Eudora ein Paar sind, kommt es zum Skandal. Er freundet sich mit dem amerikanischen Popstar Suzi Noon (Rose Riley) an…

Wer ist Otto Bloom?  Cris Jones' Mockumentary klärt auf. (Bild: zVg)

Wer ist Otto Bloom? Cris Jones‘ Mockumentary klärt auf. (Bild: zVg)

«The Death and Life of Otto Bloom» von Cris Jones ist ein witziges Mockumentary, das es in sich hat. Die Geschichte von Otto Bloom ist natürlich an sich schon interessant, aber durch die filmische Form wird alles noch interessanter. So oder ist das Mockumentary (Pseudo-Dokfilm, ein Spielfilm, der sich als Dokfilm camoufliert) an sich eines der interessantesten Genres. Es nimmt die Konventionen des klassischen Dokumentarfilms auf, mit Voice-Over und Talking Heads, stellt aber dann natürlich alles auf den Kopf, weil Sinn und Zweck der Übung ja doch ein anderer sind. Oder vielleicht geht es sowohl dem Dokumentarfilmer als auch dem Mockumentary-Meister um dasselbe, nämlich um Aufklärung? Woody Allens «Zelig» (in dem Leonard Zelig und Eudora Fletcher ein Paar werden) etwa ist ja nicht zuletzt ein Film über Rassismus in den USA. Mit einem Augenzwinkern können so ernste Themen behandelt werden, die in einem anderen Format allzu bierernst daherkommen würden. Als normaler Spielfilm wäre auch «The Death and Life of Otto Bloom» möglicherweise ziemlich dröge. So aber ist der Film ein reines Vergnügen und nicht zuletzt eine sehr schöne Hommage an die Eighties. Vielleicht der witzigste Film im ganzen Trigon-Katalog! Nicht verpassen!

«The Death and Life of Otto Bloom». Australien 2017. Regie: Cris Jones. Mit Xavier Samuel, Rachel Ward, Matilda Brown, Rose Riley, Terry Camilleri, Amber Clayton, Jacek Koman u.a. Deutschschweizer Kinostart am 31. August 2017.

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