Blick zurück ins koloniale Irland – Brian O’Malleys «The Lodgers»

Brian O’Malleys neues Werk ist ein subtiler Horrorfilm in der Tradition des irischen Gothic.

Rachel (Charlotte Vega, «El club de los incomprendidos») und Edward (Bill Milner, «Son of Rambow») leben in einem riesigen irischen Landhaus. Es ist das Irland der 20er-Jahre. Das Geld geht den zwei letzten Überlebenden ihrer Familie langsam aus, und die Lage ist so schlecht, dass der Verwalter Bermingham (David Bradley, «Harry Potter») aus England anreist, um mit ihnen zu reden.

Doch Rachel und Edward haben keine Zeit für so Triviales wie Geld – Rachel interessiert sich mehr für den Kriegsheimkehrer Sean (Eugene Simon, «Game of Thrones»), während Edward sich am liebsten ganz zurückziehen würde und den englischen Besucher anfangs gar nicht empfangen will …

Die Tradition des gothic novel ist dank Anglo-Iren wie Bram Stoker und Sheridan Lefanu auch eine genuin irische Tradition. Das dunkle Geheimnis von Rachel und Edward ist eben wohl, dass sie als Fremdlinge in Irland leben. Die Zeit des britischen Empire ist hier bereits vorbei – wenn auch nicht in politischer Hinsicht, so doch für Rachel und Edward.

Regisseur Brian O’Malley («Let Us Prey») legt hier die irische Version von «Crimson Peak» und «A Cure for Wellness» vor, vielleicht weniger spektakulär als die Filme von Guillermo del Toro und Gore Verbinski, aber gleichzeitig interessanter, weil näher bei der Realität. Was natürlich nicht heisst, dass hier das Fantastische ein Schattendasein fristet … ein starker Blick zurück auf die älteste britische Kolonie.

«The Lodgers». Irland 2017. Regie: Ben O’Malley. Mit Charlotte Vega, Bill Milner, David Bradley, Eugene Simone u.a. Start im Basler Filmclub B-Movie am 9. August 2018, Spielzeiten online unter www.b-movie.ch