GrenzgängerSlam Nr. 29: Klimawandel im Kulturpavillon

Zeitnah berichtet vom 29. GrenzgängerSlam im Kulturpavillon: Volle Sitzreihen, wortgewandte Poeten und ein Jubiläum im nächsten Jahr.

 

„Fünf Punkte! … Sechs Punkte! … Sieben Punkte! … Acht Punkte! …“ Moderator Laurin Buser feuert das Publikum zur Applausprobe an. Der Kulturpavillon ist wie immer voll, trotz der kalten Aussentemperaturen heizt sich der Raum langsam auf. Bei zehn Punkten auf der Skala steigt unter tosendem Beifall der erste Slammer des Abends auf die Bühne.

 

Vor versammeltem Publikum massen sich sechs Poeten in Satzkunst und Wortwitz.

 

Der GrenzgängerSlam bei Zoll Otterbach ist längst kein Geheimtipp mehr. Tickets werden meist weit im Voraus bestellt. Angesichts der hochkarätigen Slammerinnen und Slammer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die Barbara Preusler und Aernschd Born jedes Mal zum Auftritt einladen, verwundert dies nicht weiter. Auch an diesem letzten Sonntag im Monat treten sechs Poeten an, das Publikum mit ihren Worten für sich zu gewinnen.

 

Urmännlichkeit und Kleinklimawandel

 

Bereits früh kristallisieren sich drei Favoriten heraus: Daniel Wagner aus Heidelberg, deutschsprachiger Vize-Champion 2010 in Bochum, begeistert mit seinem bitterbösen Text über Klimawandel in der eigenen Wohnung. Von extra-gemüsigem, extra-stückigem Dosenfutter bis hin zum Eiswürfelschwitzen hält er der konsumfixierten Panikkultur gnadenlos den Spiegel vor – das Publikum tobt vor Lachen.

 

Philipp Herold (ebenfalls aus Heidelberg) beginnt mit einer lauten Beschreibung des Urbilds von Männlichkeit und demontiert es dann Stück für Stück. Sein Text wird leiser, poetischer, und endet weder männlich noch weiblich, sondern irgendwo im magischen Raum dazwischen. Auch Thomas Hitzigs Auftritt gestaltet sich eher nachdenklich und reflektiert über den immer kleiner werdenden Kinderwunsch, zum Mond zu reisen. Beide Texte ziehen anhaltenden Applaus und Höchstwertungen von der Publikumsjury nach sich.

 

Der Stand der Dinge während der Pause. Auf der Tafel stehen die Finalisten eingekreist.

 

Spannende Stichentscheidung im Finale

 

Der Special Guest Pink Pedrazzi nach der Pause lockert die Stimmung: Mit Zylinder und Ukulele musiziert der Basler Singer-Songwriter über seine Zeit als Taxifahrer, das Älterwerden und kleine Hürden des Alltags. Anschliessend läutet Laurin Buser das Finale ein. Thomas, Philipp und Daniel dürfen ein zweites Mal auf die Bühne. Einer der folgenden Texte wird den grössten Applaus und damit den Sieg mit nach Hause nehmen.

 

Es kommt zum Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Thomas und Philipp. Der Schlussapplaus war gleichermassen laut bei beiden, aber letztendlich entscheidet die Stichwahl zugunsten von Philipp: Sein frei vorgetragener Text über das Lob der Unordnung und die Lebendigkeit im Chaos sprach dem Publikum am meisten aus dem Herzen. Der Lohn ist wie immer eine Flasche Whisky, die gleich auf der Bühne eingeweiht wird. Ein letztes Mal dröhnender Applaus für den heutigen Abend.

 

Doch der nächste Slam steht bereits an und ist ein Grund zum Feiern: Am 27. Januar findet der 30. GrenzgängerSlam statt – zum Jubiläum tritt neben sechs Poetinnen und Poeten die BORN Band Basel auf. Deshalb am besten schon jetzt Tickets vorreservieren!

 

30. GrenzgängerSlam im Kulturpavillon
27. Januar 2013, Gratis-Apéro um 18:30 Uhr, Slambeginn um 19:30 Uhr
Tickets unter www.kulturpavillon.ch,
CHF 20.-/15.- für Schüler und Studis

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