King Laugh Rules – Robert Rodriguez‘ «Machete Kills» (DVD)

Danny Trejo ist zurück – als Machete Cortez muss er ein weiteres Mal die Welt retten. Seine Gegenspieler: der verrückte Mexikaner Mendez und der nicht minder durchgeknallte estadounidense Luther Voz (Mel Gibson). Den Auftrag hat ihm kein geringerer als der US-Präsident Rathcock (Charlie Sheen) gegeben.

Robert Rodriguez ist ein Meister des Genrefilms. Das hat er bereits mit seinem Début «El Mariachi» bewiesen. Seine weiteren Mariachi-Filme, «From Dusk Till Dawn», «Sin City» und «Planet Terror» sowie seine diversen Kinderfilme (u.a. die Spy-Kids-Reihe) haben seinen Ruf als grossen Handwerker und humorigen Tarantino-Bruder (QT hat auch das Drehbuch zu «From Dusk Till Dawn» geschrieben) bestätigt.

Luther Voz (Mel Gibson) zeigt Machete (Danny Trejo) yein Reich. (Bild: zVg)

Luther Voz (Mel Gibson) zeigt Machete (Danny Trejo) sein Reich. (Bild: zVg)

Schliesslich hat er mit «Machete» einen gefaketen Trailer zu einem abendfüllenden Kinofilm ausgebaut – zusammen mit Ko-Regisseur Ethan Maniquis. Nun hat er beim Sequel – «Machete Kills» – die Regie wieder alleine übernommen. Wirklich besser ist der Film nicht – aber auch nicht schlechter. Wer also den ersten Machete mochte, wird auch diesmal bedenkenlos zugreifen können. Das Staraufgebot kann sich sehen lassen – noblesse oblige, es sind wieder viele Latinos mit von der Partie, Trejo selbst natürlich, aber auch Demián Bichir, Alexa Vega, Michelle Rodriguez und selbst Amber Heard als Miss Texas (die notabene ebenfalls katholische Wurzeln hat) spricht Spanisch! Und nicht vergessen: Mel Gibson ist Katholik, Charlie Sheen – der hier unter seinem bürgerlichen Namen Carlos Estévez verantwortlich zeichnet – ebenso; das Pseudonym Sheen ist gar eine Hommage an einen katholischen Bischof. Gibson und Sheen sind zudem bekannt für ihre antisemitischen Tiraden, die sie zumindest unter Alkoholeinfluss von sich geben. Entweder hat Rodriguez ein Faible für in Ungnade gefallene Schauspieler – oder es handelt sich wirklich um eine kleine lateinamerikanisch-katholische Mafia, die Rodriguez um sich schart. Eine völlig harmlose Mafia natürlich, welche die Gewalt nur auf dem Bildschirm zelebriert. Zudem ist – wie schon im ersten Film – auch diesmal wieder eine prononciert antirassistische Botschaft mit von der Partie. Sogar im postmodernen Reich des RR; in dem eigentlich alles ein Witz ist (Mel Gibson als Bösewicht ist auch nicht wirklich böse, sondern vor allem lustig), sind also noch Elemente des Politischen zu finden. So heisst auch der Bösewicht Luther wohl nicht von ungefähr wie der grosse Reformator. Auch Lady Gaga, die in einer weiteren Nebenrolle zu sehen ist, hat als Italoamerikanerin übrigens zweifellos katholische Wurzeln.

Ganz so gut wie sein Meisterwerk «Planet Terror» ist aber «Machete Kill»s natürlich nicht. Aber wer – ausser RR – bringt schon so viel Humor und Action auf die Leinwand? Auf den dritten Teil – «Machete Kills Again … in Space» – darf man(n) sich also schon freuen! Das Drehbuch stammt – dies nur am Rande – allerdings nicht von Rodriguez selbst; vielleicht zeigt sich hier auch, dass für Rodriguez die Machete-Filme nicht ganz so wichtig sind wie etwa die Mariachi-Trilogie oder «Planet Terror».

«Machete Kills». USA 2013. Regie: Robert Rodriguez.  Mit Danny Trejo, Mel Gibson, Michelle Rodriguez, Cuba Gooding Jr., Jessica Alba, Vanessa Hudgens, Tom Savini, Lady Gaga, Demián Bichir, Alexa Vega, Amber Heard u.a. Die DVD erscheint demnächst.


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