Die Kisten, die die Welt nach Basel brachten – Tanja Hammel über Museumskisten

Ohne Pakete, Holzkisten und Aluminiumboxen bestünde das naturhistorische Museum aus Fundgegenständen aus seiner unmittelbaren Umgebung. Eine kleine Sammlung wäre das wohl. Dank dieser Kisten können wir aber Fundgegenstände aus aller Welt betrachten. Dieser Beitrag lädt zu einer kleinen virtuellen Ausstellung der Ausstellungs-Ermöglicher ein.

von Tanja Hammel

Kinderbücher wie «The Night at the Museum» (1993) des kroatischen Illustrators Milan Trenc und dessen Verfilmungen von 2006 und 2009 als «Night at the Museum 1 & 2» haben unsere Fantasie für das, was sich hinter den Kulissen der Ausstellungsräume und in den heiligen Hallen der Museen ausserhalb der Öffnungszeiten abspielt, angeregt. Ich durfte im Rahmen von Recherchen für einen wissenschaftshistorischen Beitrag einen Einblick in die Lagerräume der Archive des Lebens des Naturhistorischen Museums Basel erhaschen.

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Fotos: Tanja Hammel

 

Glücksfunde in Kartonschachteln

Pakete, Holzkisten und Aluminiumboxen ermöglichten den Transfer von Objekten vom Fundort bis zum Kurator, der diese in eine Museumssammlung aufnahm und gelegentlich gar ausstellte. Die dafür verwendeten ephemereren Boxen gingen meist verloren. Ein Glücksfund stellt Martin Schneiders noch vorhandene Sammlung dar. Der Sammlungsverwalter Geowissenschaften hat bei der letzten Änderung des Präservierens drei grosse Kartonschachteln mit Tabak-, Fotoschachteln und Holzkisten aufbewahrt.

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Räume voller Schachteln und Kisten

Viele der Tabakschachteln, die für das Versenden von kleineren Knochen verwendet wurden, hat er dem Tabakmuseum vermacht. Dort geben sie Aufschluss über die Herstellung von Zigaretten aus importiertem Tabak oder den Import von Zigaretten aus Übersee. Drei kommodengrosse Kartonschachteln hat er gefüllt mit Holzkisten, Foto- und Tabakschachteln. Diese besonders schönen Exemplare sind die Überbleibsel einer weit beträchtlicheren Menge, für welche man zusätzliche Lagerräume hätte mieten müssen, hätte man sie alle behalten wollen.

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Die Welt, auf Kisten gestempelt und geklebt

Die Holzschachteln waren vor ihrer Benutzung für die Wissenschaft, für den Transport von Waren wie Zucker und Seife verwendet worden. Danach sind des Öfteren Fundgegenstände aus Asien oder Afrika nach Basel geschickt worden. Kuratoren haben diese dann teilweise weiter nach Amerika oder an andere Museen geschickt, wovon die Adressen, Zolldeklarationen und Briefmarken auf den Deckeln zeugen.

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 Chillen im Museum

Wer einige Bestandteile der Holzkisten genauer bestaunen möchte, dem sei das Chillen im Museum (nächster Termin am 25. September, 18 bis 23 Uhr) empfohlen, wo einige der Deckel als Speise- und Getränkekarten Verwendung finden werden.

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