I Know What You Did Ten Years Ago – Radio Silence und Roxanne Benjamins «Southbound»

Roxanne Benjamin und ihre Ko-Regisseure legen mit «Southbound» einen Episodenfilm wie aus einem Guss vor, in dem wir mit dem alltäglichen und weniger alltäglichen Horror konfrontiert werden.

Drei junge Jazz-Musikerinnern – Smooth Jazz laut Eigenaussage – sind irgendwo im Niemandsland gestrandet, in Kalifornien oder im Süden der USA. Zum Glück kommt ein Ehepaar des Weges, das sie bei sich aufnimmt. In ihrem Wagen – und in ihrem Domizil – hat es mehr als genug Platz für die jungen Damen. Doch Obacht, bei diesem seltsamen Ehepaar tönt das Vaterunser irgendwie anders…

Jazz-Musikerinnen direkt auf dem Weg ins Verderben. (Bild: zVg)

Jazz-Musikerinnen direkt auf dem Weg ins Verderben. (Bild: zVg)

«Southbound» ist ein starker Horror-Film wie aus einem Guss. Anders als bei den meisten Episodenfilme hängen hier alle Episoden zusammen; Familie und Rache sind die Themen, die hier alles miteinander verbinden. Auch wenn das Genre Horror ja an sich seine Stoffe nicht im Alltag selbst findet: wenn anstelle der Belegschaft eines Spitals plötzlich nur noch Telefonmarketing verfügbar ist, dann ist dies doch ein klares und nicht ganz unbekanntes Zeichen einer Zeit, in der der service public eingedampft wird. Ob Amerika in vier Jahren so sein wird? Und wer kann schon die Vergangenheit ganz hinter sich lassen? Da passt es auch, dass Radio Silence (Matt Bettinelli-Olpin, Tyler Gillet, Chad Villella), Roxanne Benjamin, David Bruckner und Patrick Horvath in ihrem Film mit einem Retro-Touch ausgestattet haben, der auch in Form eines Radiomoderators das Geschehen begleitet. «Southbound» ist natürlich nichts für schwache Nerven – wer aber gerne Horror-Filme sieht, darf dieses Werk nicht verpassen.

«Southbound». USA 2015. Regie: Radio Silence, Roxanne Benjamin, David Bruckner, Patrick Horvath. Mit Chad Villella, Kristina Pesic, Matt Bettinelli-Olpin, Fabianne Therese, Nathalie Love, Hannah Marks, Dana Gould u.a.

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