Such a Vivrant Thing

In Ice-Ts Dokumentarfilm «Something from Nothing: The Art of Rap» werden zahlreiche grosse und kleine Rap-Hits kurz angespielt. Wer mehr will, greift auf die Soundtrack-CD zurück, die zudem noch einige weitere wichtige Stücke präsentiert.

Es sind zahlreiche Tracks versammelt auf der CD, die die Geschichte des Hip-Hop geprägt haben – etwa «Straight Outta Compton» von NWA, «Sucker MCs» von Run-DMC. «Follow the Leader» von Eric B & Rakim, «Raw» von Big Daddy Kane, «Planet Rock» von Afrika Bambaataa & the Soul Sonic Force (wichtig sowohl für Hip-Hop als auch für Electronica), «King of the Beats» von Mantronix (der einzige Instrumentaltrack), «It Takes Two» von Rob Base & DJ EZ Rock und «Ego Trippin» von Ultramagnetic MCs – und last but not least «PSK» von Schoolly D, der Track des Philly MC, der Ice-Ts «6 ‚N The Mornin’» inspiriert hat und dann Eazy Es «Boyz N the Hood», der Track also, der den Gangster Rap begründet hat. Schade eigentlich, dass Schoolly D im Film selbst nicht zu Wort kommt!

Be that as it may: Der Soundtrack hat noch mehr zu bieten. Verblüffenderweise wurde von Public Enemy nicht «Fight the Power» ausgewählt, sondern «Harder Than You Think», ein Stück, das im Film selbst gar nicht zu hören ist. Dafür aber im Trailer – zudem verweist der Track darauf, wie gross das Interesse an den Wurzeln des Rap in Grossbritannien ist, dem Staat, aus dem Ko-Regisseur Andy Baybutt und Produzent Paul Toogood stammen – in UK wurde nämlich «Harder than you think» Public Enemys grösster Charterfolg, und zwar 2012, also mehr als 20 Jahre nach ihrem erfolgreichsten Album «Fear of a Black Planet».

Die anderen Tracks auf der Soundtrack-CD sind zwar alle solide bis sehr gut, ihre Auswahl hat aber mehr mit dem Film selbst sowie lizenzrechtlichen Gründen zu tun als mit ihrer Bedeutung für die Geschichte des Hip-Hop. Auch fehlen im Film sowohl die Frauen als auch die SüdstaatlerInnen fast oder sogar ganz vollständig. Andererseits: welcher echte Rap-Fan kann schon Stücken wie «Real Hip Hop» von Das EFX oder Full Clip von Gang Starr widerstehen? Und Ice-Ts Ziel war es sicher nie, die ganze Welt des Rap abzubilden. Zudem: die Acapellas und Freestyles aus dem Film wurden grösstenteils wirklich sehr gut ausgewählt, von Ice-Ts Proto-Rap über Immortal Techniques Acapella «New Jack Hustler» und Lord Jamars Old School Rap Kid Magic bis zu «Art of Rap» von Grandmaster Caz, dem Rap, den Caz im Film selbst zuerst SCHREIBT und dann interpretiert. Um es mit Q-Tip zu sagen: «it’s such a vivrant thing»!

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Various Artists: «Something from Nothing – The Art Of Rap». Original Motion Picture Soundtrack.  Sony Legacy. Auch als Bonus-CD erhältlich zusammen mit der DVD.