Google kauft Schweizer Post

Mountain View/Bern/Zürich (gopf.) – Der kalifornische Suchmaschinenbetreiber Google übernimmt die Schweizer Post. Damit wird die Lücke zwischen digitaler und analoger Welt geschlossen. Ziel der Akquisition ist die Schaffung neuer Wege für Suchanfragen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Hektische Pressekonferenz bei Google Switzerland an der Zürcher Brandschenkestrasse: Zeitgleich mit der Akquisition verkündeten Larry Page und Sergey Brin einen neuen Service namens «GooglePostSearch». Dieser erlaubt es, postalische Suchanfragen an den IT-Riesen zu senden.

«Es ist fantastisch», schwärmt Google-CTO Brin: «Einfach zum Beispiel eine unverstandene Passage aus einem Buch ausschneiden, auf eine Postkarte kleben, frankieren und an GooglePostSearch schicken.» – Wahlweise könne man die Suchanfrage auch handschriftlich verfassen. In den Datenzentren werden die Anfragen gescannt, beantwortet und den «GooglePostSearch»-Kunden in den Briefkasten geliefert, samt Rückerstattung der Portokosten und passender Beilegerwerbung.

Marktanalysen hätten gezeigt, dass Google im digitalen Bereich nur noch wenig Potenzial habe. «Unser bisherige Fokus hat uns Kopfzerbrechen bereitet», heisst es von Executive Chairman Eric Schmidt.

«Ganze Altersheime und Landstriche sind schliesslich weiterhin offline! Viele Babyboomer verweigern sich dem Internet grundsätzlich! Hinzu kommen digitale Aussteiger und Retrofreaks.»

Die Übernahme des Briefgeschäfts der Schweizer Post erscheint in diesem Lichte sinnvoll. Auch für die Schweizer Post rechnet es sich. Nach dem landesweiten Anbringen von «Bitte verwenden sie A-Post»-Stickern auf öffentlichen Briefkästen sowie der Einführung des Verkaufs von sauren Zungen und Taschenbüchern in den Post-Filialen sei das Wachstumsoptimum erreicht, so Post-Chefin Susanne Ruoff im Interview. Da sei es eben schon noch läss‘, wenn der ganze Blätz Aktien in einem Stück gekauft werde, und erst noch von einer so grundsympathischen Firma («Don’t be evil!»).

Die Wettbewerbs-Kommission hat ihren Segen bereits gegeben: «Oder sehen Sie da etwa die Gefahr eines Monopols?», baunzte ein WeKo-Mitglied den «Zeitnah»-Rechercheur Hans Hammer zwischen zwei Schlücken Kaffee an. Der ehemalige 56%-Staatsmonopolist lebt weiter im Namen des neuen Google-Service, sei das «Post» in «PostSearch» doch deutsch auszusprechen, wie Google-Gründer Larry Page einen Kassiber von «Zeitnah: Kulturmagazin seit 2012» beantwortete.

«GooglePostSearch ist wunderbar», zitiert die Nachrichtenagentur gopf. einen in die Testphase des Service involvierten IT-Evangelisten. «Will ich heute etwas wissen, ist das Bedürfnis nach Sekunden gestillt, und dann ich muss mir mühsam ein neues Wissensbedürfnis suchen», skandiert er mit predigerhaftem Timbre.

«GooglePostSearch hingegen lehrt mich, einen Wissenswunsch auch über Tage und Wochen zu hegen. Das unterscheidet mich von den 14’568 tippligen Touretten, die mir auf Twitter, Facebook, Pinterest und Tumblr folgen.»

Über Googles Beweggründe kann nur spekuliert werden. Briefmarkensammler wähnte man bis anhin an Brin, Page und Schmidt nicht verloren. «Wir wollten unsern Usern, die durch das Abschalten des GoogleReader letzthin ein wenig überspannt sind, einen tollen, neuen Service anbieten, zur Versöhnung!», gibt sich Sergey Brin verklausuliert. Mutmassungen, «GooglePostSearch» diene allein dem Zweck, einen noch unbeliebteren Service als «Google+» zu lancieren, müssen unkommentiert bleiben. Ebenso die auf Yahoo und MySpace teils gehässig geführten Diskussionen darüber, ob «GooglePostSearch» nun wirklich auf Anfrage auch CDs, VHS-Kassetten und Floppy-Disks mit den gewünschten Daten bespiele (was als Kampfansage an Kim Dotcoms Service «Mega» zu deuten wäre). Eine entsprechende «GooglePostSearch»-Suchanfrage ist seit drei Tagen pendent.

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