Von Autoren und ihren Darstellern – Autor und Verleger Jochen Jung in der «NZZ»
Die «NZZ» befasst sich mit dem Thema «Die Autorendarsteller»: Grob gesagt geht es um die Spagate zwischen «Buch schreiben» und «Buch führen», um die Herausforderungen, die sich den Schreibenden heute stellen.
![«:Zeitnah: Kulturmagazin seit 2012» schätzt sich glücklich, Ihnen an diesem Texttag einen Dreiteiler von [Autor] zu präsentieren. zVg](https://i0.wp.com/zeitnah.ch/wp-content/uploads/2013/05/notizblock.png?resize=700%2C451)
Der «Dichtermaskerade» redet Jochen Jung nicht das Wort: er stellt vielmehr eine sich vergrössernde Kluft fest zwischen der heutigen Gewerbe- und Berufsauffassung vieler Schriftsteller und dem Bedürfnis des Publikums nach dem «Ausserordentlichen». zVg
Dichter Dichters Maske ist
Aufmerksame «Zeitnah»-Leser stellen fest: ähnlichen Themen widmete «Zeitnah» sich auch schon («Welten vergessen – Daniel Kehlmann an den Zürcher Festspielen 2013»). In diesem Text geht es, neben der Abarbeitung an einem ebenso geschätzten wie schwer zu greifenden Schriftsteller, um Kehlmanns an einer Zürcher Lesung an den Tag gelegten, geschmeidigen Wechsel zwischen Kehlmann-Darsteller und Kehlmann-Schriftsteller. Festgemacht wurde das an der Metapher des Maskenwechsels. Der «Dichtermaskerade» redet Jochen Jung indes nicht das Wort: er stellt vielmehr eine sich vergrössernde Kluft fest zwischen der heutigen Gewerbe- und Berufsauffassung vieler Schriftsteller und dem Bedürfnis des Publikums nach dem «Ausserordentlichen» (der Schnauz! der Blick! die Brauen!).
Zum Glück mit Fragezeichen!
Ein sehr lesenswerter Text, der noch auf weit mehr Aspekte eingeht. Er kommt mit einer grossen Schwarz-weiss-Aufnahme von Botho Strauss und Thomas Hürlimann daher. Die beiden Dichter gehen durch eine einsame Landschaft, irgendwo in der Uckermark, vertreten sich die Beine an einem kleinen, länglichen Tümpel. Das erste Wort der Bildunterschrift lautet, ironisch-vielschichtig: «Auslaufmodelle». Wie atmet man auf, als man das Fragezeichen entdeckt.
