DWVEBDMSBHBEBDS #33

säge

Hans Bissegger und Bin Bim Bissegger-Xi telefonieren ein letztes Mal vor ihrer Scheidung.

Von Gregor Szyndler

Abends schaut Hans Bissegger dem Hamster Agatho so lange beim Radlaufen zu, bis er es nicht mehr aushält. Er taumelt aus dem Laufrad, kippt um.

Im Radio berichten sie von einem Spieler der den angestauten Jackpot knackte, ein anonymer Glückspilz, 83 Millionen. Fremd und ungenannt fühlt Hans Bissegger sich sich selbst, fremd und ungenannt fühlt Hans Bissegger sich jenem Spieler gegenüber, ebenso neugierig, den Gewinner kennenzulernen wie Zehntausende von anderen Radiohörern auch. Er startet das Onlinebanking. Adrenalin rauscht durch seine Gefässe, sein Herz schlägt auf Halszäpfchenhöhe. Er begreift. Es hätte nicht unwirklicher sein können. Seine Zeit, seine Zeit, Sekunden, Sekunden, Sekunden wie Kugeln in sich drehenden Lottotrommel.

Hans Bissegger kann nicht schlafen; wachbleiben will er nicht. Er

ruft Bin Bim Bissegger-Xi an, fragt, wann sie nach Hause komme.

«Ich will die Scheidung», antwortet Bin Bim Bisseger-Xi, ob er das vergessen habe. Er verneint und seufzt. Was los sei mit ihm, sie seien sich doch einig gewesen, ob er die Abmachungen vergessen habe, er klinge so ungewohnt.

«Ach nichts, Bin, ich hab’ nur Ärger mit Huber im DV und mit Fröhlich in der Klinik. Weiter nichts.»

Sie:

«Na dann, Hans.»

Er:

«Ja dann, Bin.»

Bin Bim Bissegger-Xi, bald wieder Bin Bim Xi, legt auf. Hans Bissegger legt das Telefon auf den Tisch und stellt auf Lautsprecher. Nutzlos liegt das Gerät vor ihm, dumm wie ein Wort ohne Klang dafür.

Schauen Sie nächsten Mittwoch um 9 Uhr am Morgen wieder bei «Zeitnah: Kulturmagazin seit 2012» vorbei, wenn es weitergeht mit DWVEBDMSBHBEBDS!

Stempel_KORR_Klein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.