Superhelden und Smoothie-Maschinen – Peyton Reeds «Ant-Man»

Immer mehr Superheldenfilme setzen vor allem auf Humor – so auch «Ant-Man» von Peyton Reed. Als Ko-Drehbuchautor konnte gar Edgar Wright («Shaun of the Dead», «Hot Fuzz») gewonnen werden.

Scott Lang (Paul Rudd) hat das Leben übel mitgespielt: er wollte Korruption in seiner Firma aufdecken, landete aber schliesslich selber im Knast. Seine Frau heiratete einen Cop und sein herzallerliebstes Töchterchen darf er nicht mehr sehen. Nach seiner Entlassung findet er keinen Job. Doch da trifft er Dr. Hank Pym (Michael Douglas), der eine Erfindung vor Missbrauch schützen muss. Scott wird zu Ant-Man…

Der wirkliche Star in Ant-Man»: Smoothie-Maschinen-Dieb Luis (Michael Peña). (Bild: zVg)

Der wirkliche Star in Ant-Man»: Smoothie-Maschinen-Dieb Luis (Michael Peña). (Bild: zVg)

Superheldenfilme werden immer mehr zu Actionkomödien – siehe etwa auch «Guardians of the Galaxy». Für «Ant-Man» konnte Marvel/Disney sogar Edgar Wright gewinnen, Regisseur der sehr witzigen Genre-Parodien «Shaun of the Dead» und «Hot Fuzz». Wer nun aber schwarzen britischen Humor im Hause Marvel erwartet, wird schnell eines Besseren belehrt. «Ant-Man» ist ein eher durchschnittlicher Superheldenfilm; Peyton Reed ist zweifellos ein kompetenter Regisseur, aber eben doch eher ein Routinier. Sein wahrscheinlich witzigster Film, «Down with Love», ist schon Jahre her. Vielleicht fühlt sich Reed im Superheldengenre eben doch nicht wirklich wohl?

Auch Edgar Wright ist hier wohl fehl am Platz. Superhelden als moderne Mythen, die aus dem Comic Book – genauer gesagt seit Supermans erstem Auftritt in Action Comics – alle anderen Medien erobert haben, sind eben doch Helden und nicht Lachnummern. Während die Bondfilme immer ernster werden, werden die Superhelden immer komischer – vielleicht ist es heutzutage einfach schwierig, unsere modernen Heroen ernst zu nehmen und ihnen gleichzeitig doch auch Humor abzugewinnen wie bei Bond in den 60er und 70er Jahren. Dazu passt auch, dass auch die Bösen hier eher langweilig wirken: Darren Cross/Yellowjacket wird sicher nicht als grosser Bösewicht in die Filmgeschichte eingehen – vielleicht ist ein Superheldenfilm eben nur so stark wie sein Bösewicht. Und in diesem Film sind die komischen Kleinkriminellen, mit denen Ant-Man zusammenarbeitet, die eigentlichen Stars, allen voran Michael Peña als Smoothie-Maschinen-Dieb. Problematisch erscheint aber dabei, dass die Minderheiten und Ausländer (unter ihnen eben Michael Peña als Luis) in Ant-Man fast alle als Lachnummern erscheinen – hoffen wir also auf den Black Panther. Mit dieser Figur (dargestellt von James-Brown-Darsteller Chadwick Boseman) sollte es auch klappen, wieder etwas mehr ernst in die Arena der Superhelden zu bringen…

«Ant-Man». USA 2015.. Regie: Peyton Reed. Mit Paul Rudd, Michael Douglas, Michael Peña, T.I., Evangeline Lilly, Bobby Cannavale, Corey Stoll u.a. Deutschschweizer Filmstart am 23.7.2015.

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