Zukunftsperspektiven – Darren Paul Fishers «Frequencies»

Darren Paul Fishers dritter Spielfilm ist ein starker dystopischer SF-Film, der etwas an «Never Let Me Go» erinnert, aber mit einem philosophischen Augenzwinkern und vielen überraschenden Wendungen daherkommt.

Zak und Marie sind zwar beide in einer Schule für Hochbegabte, nur ist Isaac-Newton, genannt Zak, verglichen mit Marie-Curie, kurz Marie, nur unterdurchschnittlich begabt. Die Schule legt den Eltern nahe, Zak aus der Schule rauszunehmen. Doch Zak will in der Schule bleiben – nahe bei Marie. Aber Marie erwidert seine Gefühle nicht. Kein Wunder, ihr Übername ist «The Machine». Doch auch wenn Zak kein Genie ist: er lässt nicht locker – und macht zusammen mit seinem besten Freund Theodor-Adorno, genannt Theo, eine Entdeckung, die alles verändern könnte …

Marie-Curie macht den IQ-Test der Zukunft. (Bild: zVg)

Marie-Curie macht den IQ-Test der Zukunft. (Bild: zVg)

«Frequencies» spielt in einer Zukunft, die oft gar nicht sonderlich futuristisch erscheint. Teilweise erscheinen sogar echte Retro-Elemente, was – zumindest seit Truffauts «Fahrenheit 451» – schon fast ein Topos der SF ist. Meist ist dieser Retro-Touch aber typisch für weniger spektakuläre, weniger dem Mainstream zuzurechnende Filme, die auch philosophische und ethische Fragen aufwerfen (anders bzw. auf andere Art als etwa die Star-Wars-Filme). «Never Let Me Go» (Regie: Mark Romanek) etwa, der auf einem Roman von Kazuo Ishiguro basiert, kann als Reflektion über die Sterblichkeit des Menschen an sich gelesen (bzw. gesehen) werden.

«Frequencies» – laut imdb.com lautet der Originaltitel «OXV: The Manual» – wirft auch grosse Fragen auf; und obwohl auch hier die Tragik der menschlichen Existenz eine wichtige Rolle spielt: Darren Paul Fishers Film kommt mit einem Augenzwinkern daher und überrascht mit einigen verblüffenden Wendungen. Ein starker SF-Film und ein Triumph für den britischen Regisseur Fisher, dem zumindest die Filmkritik bei seinen ersten zwei Filmen nicht besonders wohlgesonnen war. «Frequencies» wurde nun völlig zu Recht am Kansas City FilmFest als bester dramatischer Film ausgezeichnet.

«OXV: The Manual». Australien/UK 2013. Regie: Darren Paul Fisher. Mit Daniel Fraser, Elanor Wyld, Owen Pugh, Dylan Llewellyn, Georgina Minter-Brown u.a. Basler Premiere am Freitag, 24. Juli 2015 im Filmclub B-Movie.

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