Back to the Future – François Simards «Turbo Kid»

Das aus François Simard, Anouk und Yoann-Karl Whissel zusammengesetzte Regieteam RKSS legt mit «Turbo Kid» eine sehr witzige Hommage an die Achtzigerjahre vor, in der ein von einer Comicfigur inspirierter junger Mann gegen das Böse in Form von Oberschurke Zeus kämpft

https://youtu.be/HxyH-adavb8

The Kid (Munro Chambers) lebt in den postapokalyptischen Wastelands, wo er sich alleine durchschlagen muss. Er freundet sich mit Apple (Laurence Laboeuf) an, einer sehr euphorischen und mysteriösen jungen Frau. Da wird sie von den Schergen des Oberschurken Zeus (Michael Ironside) gekidnappt. The Kid wird zum Turbo Kid, inspiriert von seinem Lieblings-Schwarzweisscomichelden Turbo Man…

Hinter jedem grossen Mann steckt eine grosse Frau: Laurence Leboeuf als Apple. (Bild: zVg)

Hinter jedem grossen Helden steckt eine grosse Frau: Laurence Leboeuf als Apple. (Bild: zVg)

«Turbo Kid» ist eine Hommage an die Eighties, in der sich Versatzstücke aus Mad Max, Indiana Jones, Terminator, Masters of the Universe und sogar Roger Rabbit finden. Besondere Erwähnung verdient dabei auch die neu im Stil der 80er Jahre komponierte Filmmusik von Matos. «Turbo Kid» ist eine kanadisch-neuseeländische Koproduktion. Wie der «Turbo Kid» selbst sich von einer Comicfigur inspirieren lässt, so ist auch der Film selber eine Art Metafilm. Aber auch wer die Filme der 80er nicht oder nur schlecht kennt, wird sich mit «Turbo Kid» anfreunden können – ein Faible für das Trashig-Blutig-Campige ist allerdings Voraussetzung, um den Film schätzen zu können. Der Humor ist zwar teilweise ziemlich harmlos – aber wenn das Blut spritzt, hört wohl für die meisten zartbesaiteten Menschen der Humor auf…und es spritzt in «Turbo Kid» immer wieder, zwar völlig unrealistisch, aber eben doch sehr blutig. Es geht hier also oft ans Eingemachte, wie auch bei Robert Rodriguez.

Anders als Robert Rodriguez in seinen Machete-Filmen (bei denen es sich ja ebenfalls um Hommagen an ältere Filme handelt) konzentrieren sich die FilmemacherInnen dabei allerdings ganz aufs Wesentliche: die Story ist absolut schnörkellos, der Film ist mit 95 Minuten auch ziemlich kurz. Vom Regieteam Simard-Whissel-Whissel (auch bekannt als RKSS) ist noch einiges zu erwarten – es ist wohl kein Zufall, dass Jason Eisener, der Regisseur von «Hobo with a Shotgun» – dem Film, der (wie Robert Rodriguez‘ «Machete») auf einem der fingierten Grindhouse-Trailer [1] basierte – ebenfalls Kanadier ist. Und natürlich ist auch Michael Ironside, der u.a. in «Total Recall» und zahlreichen anderen Filmen als Bösewicht zu sehen ist, aus dem Land nördlich der USA.  Blame Canada? Wir danken Kanada und freuen uns auf weitere Werke von Simard-Whissel-Whissel!

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Grindhouse_(Film)#Fake-Trailer

«Turbo Kid». Kanada/Neuseeland 2015. Regie: Simard-Whissel-Whissel. Mit Munro Chambers, Laurence Laboeuf, Michael Ironside, Edwin Wright, Aaron Jeffery u.a.  Premiere im Filmclub B-Movie am 6. November 2015. Spielzeiten siehe www.b-movie.ch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.