Jacob Karlzon 3 „More“ oder: Wenn Rammstein auf Esbjoern trifft

Von Tim Loosli

 

Dass im Jazz häufig verschiedene Musikstile zusammengeführt und als Inspiration für Neues benützt werden, ist nichts Bahnbrechendes. Eine schwedische Jazz-Combo, welche sich von Hardrock-Gruppen wie Rammstein inspirieren lässt, ist jedoch selbst für den hartgesottensten Musikfreund grotesk und gewöhnungsbedürftig, stellt sich jedoch als gelungene Musikkombination heraus.

Das Album beginnt mit „Running“ dementsprechend schnell und lebt besonders von der perkussionistischen Leistung von Jonas Holgersson, bewegt sich jedoch noch im Rahmen des Genreüblichen. Mit dem dritten Stück „Dirty“ wird der Hörer erstmals überrascht. Die Instrumente vermischen sich markant mit elektronischen Effekten, was zu einer komplett neuen Dynamik führt. So paart sich die brillante Spielweise der drei Musiker mit einem gekonnten Umgang mit der Technik. Dabei verlieren die akustischen Instrumente nicht an Bedeutung, sondern werden von elektronischen Effekten ergänzt. Der Hörer findet neben klassischen Jazz-Elementen auch Klangbilder, die entfernt an Esbjörn Svenssons Trio erinnern. Das zweite Album „More“ der Jazz-Combo Jacob Karlzon 3 versucht die Stimmung des Spielens und die Energie des Hard-Rocks einzufangen, was eindrücklich gelingt.

 

Jakob Karlzon 3 «More» (Act)