Electronica zwischen Ost und West – V.A. «Arabitronics Lounge Vol. 2»

Musik aus der Schweiz – da denken die meisten an Bligg und Stress, Bastian Baker und die Lovebugs, Patent Ochsner und Stiller Has. Die Schweiz ist aber auch ein gutes Pflaster für Weltmusik – nicht zuletzt dank Pat Jabbar, dem Gründer des Labels Barraka El Farnatshi. Der Basler hat im Nahen Osten die arabische Musik entdeckt; in Marokko schliesslich hat er seine zweite (musikalische) Heimat gefunden. 1988 erschien die erste CD aus dem Hause Barraka El Farnatshi, «El Buya» von Aisha Kandisha’s Jarring Effects. Auch heute noch arbeitet Pat Jabbar vor allem mit marokkanischen Musikern zusammen, im Rahmen von Projekten wie Ahlam, Amira Saqati, Argan oder Kasbah Rockers. Aber auch grosse, international bekannte Namen wie Bill Laswell, Nina Hagen, Natacha Atlas und Sapho sind schon bei Barraka El Farnatshi ein- und ausgegangen. Und die multikulturelle, türkischsprachige Basler Rap-Gruppe Makale (Casus, Cesaret & DJ Steel) hat bei Barraka debütiert. Ihre erste CD, «Kingztanbul», wurde auch gleich von Pat Jabbar selber koproduziert.

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Neuerdings ist Musik aus dem Hause Barraka oft auch im Kino zu hören – etwa bei Jim Jarmusch («Only Lovers Left Alive»), Caroline Link («Exit Marrakesch») oder Ben Affleck («Argo»). Musikalisch bestechen Pat Jabbars Produktionen schon seit vielen Jahren mit ihrer kongenialen Mischung aus Electronica und marokkanischen Stilen. Bei der berberischen Gruppe Argan rockiger, bei Amira Saqati elektronischer, mal mit Gesang, mal instrumental. So auch auf der aktuellen Veröffentlichung «Arabitronics Lounge Vol. 2».

Mit von der Partie sind diesmal bekannte Namen wie Oezlem, Amira Saqati, Bombax, Kasbah Rockers und Maghrebika feat. Bill Laswell; neu dabei ist Samatar aus Somalia. Die Originalversion von «Harissa» von den Kasbah Rockers war in Jarmuschs neustem Kultfilm zu hören. «Sabra Dima (Dima Habibi Saber)» von Amira Saqati wird demnächst im Kino zu hören sein. Also wieder jede Menge tolle Sounds aus Pat Jabbars Secret Laboratory; Sounds zwischen Ost und West, zwischen Basel und Marrakesch. Weitere Highlights sind u.a. das hypnotisierende «Gökyüzü» von Kasbah Rockers und das trancige «Marhaba» von den Kasbah Rockers zusammen mit Achraf.  Der Track erinnert etwas an frühere Werke von Amira Saqati; wie auch das ganz instrumental gehaltene Stück «Ium no Zourna» von Dar Beïda 04. Sounds nicht nur für die Lounge – auf den dritten Teil darf man sich freuen!

V.A. «Arabitronics Lounge Vol. 2». Barraka El Farnatshi. Nur als Download erhältlich.