Wenn die Liebe eben doch nicht reicht – Guillaume Senez‘ «Keeper»

Guillaume Senez‘ Debütfilm ist ein einfühlsamer Blick auf zwei Teenager, die Eltern werden und gegen viele Widerstände kämpfen müssen – angefangen bei ihren eigenen Zweifeln.

Mélanie und Maxime sind ein Paar. Da wird Mélanie schwanger – der Haken ist aber: Mélanie und Maxime, genannt Mel und Max, sind beide minderjährig. Die Reaktionen sind gemischt: anfangs ist Max nicht sonderlich angetan von der Idee, Vater zu werden. Doch dann denkt er: wenn er Fussballprofi wird, könnte das ja doch klappen, da sie dann ja finanziell auf der sicheren Seite sind. Mel ist auch hin- und hergerissen, Maximes Eltern wollen helfen, nur Mels Mutter ist ganz klar für eine Abtreibung im Ausland – solange dies noch möglich ist…

Junge Liebe: Mel und Max, dargestellt von Galatéa Bellugi und Kacey Mottet Klein, (Bild: zVg)

Junge Liebe: Mel und Max, dargestellt von Galatéa Bellugi und Kacey Mottet Klein, (Bild: zVg)

«Keeper» ist eine einfühlsame Liebesgeschichte, die aber auch zeigt, wie die Liebe unter schwierigen Umständen eben dann doch nicht reicht. Der Titel ist eine Anspielung auf den Fussball, verweist aber wohl auch auf die Unfähigkeit des jungen Max, korrekt zu verhüten – oder überhaupt zu verhüten. Zudem wollen die zwei jungen Eltern in spe ja das Kind dann doch behalten. «Keeper» ist ein Film wie aus dem Leben gegriffen, ein starkes Debüt des Regisseurs Guillaume Senez, schnörkellos erzählt und vielleicht gerade deshalb immer packend. Kacey Mottet Klein, der kleine Schweizer aus «Gainsbourg» und «Home», wirkt authentisch – unterdessen ist er natürlich bereits nicht mehr so klein und ist meilenweit entfernt vom kleinen Buben aus seinen früheren Filmen. Galatéa Bellugi ist ebenso perfekt besetzt als süsse Mel und auch die Erwachsenen wissen durchs Band zu überzeugen. Regisseur und Ko-Autor Senez wurde zu recht für seine starke Leistung ausgezeichnet, u.a. auch in Locarno. Nicht verpassen!

«Keeper». Belgien/Schweiz/Frankreich 2015.  Regie: Guillaume Senez. Mit Kacey Mottet Klein, Galatéa Bellugi, Laetitia Dosch,  Catherine Salée, Sam Louwyck , Cédric Vieira u.a.  Deutschschweizer Kinostart am 25. Februar 2016.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.