Auf die Bilder kommt es an – Denis Villeneuves «Blade Runner 2049»

Seit seinem Erscheinungsjahr 1982 gilt «Blade Runner» als Meilenstein seines Genres und wird als Kultfilm verehrt. Trotzdem wagte Regisseur Villeneuve eine Fortsetzung, die im Jahr 2049 spielt.

Von Ottokar Schnepf

«Blade Runner 2049» ist die Fortsetzung des Science-Fiction-Kultfilms von Ridley Scott aus dem Jahr 1982. Geschildert wird unter der Regie von Denis Villeneuve – der mit Thrillern wie «Prisoners» und «Enemy» bereits feines Gespür für einfallsreiche Settings und überraschende Inszenierungen bewiesen hat –, wie der Replikantenjäger K (Ryan Gosling in den Fussstapfen von Rick Deckard alias Harrison Ford, der erst gegen Ende des fast dreistündigen Films kurz auftaucht) einem gefährlichen Geheimnis auf die Spur kommt. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten. Die Story ist so komplex, dass sie uns stellenweise an um Jahrzehnte vorangegangene Meisterwerke wie z.B. Orson Welles‘ «Citizen Kane» erinnert: diente damals ein Schlitten als Kindheitserinnerung, ist es hier ein aus Holz geschnitztes Spielzeugpferdchen. Und wie selten zuvor sehen wir in Bildern, die uns in Erstaunen versetzen, wie Phantasie und Wirklichkeit nebeneinander existieren und aufeinanderprallen. Science-Fiction im wahrsten Sinne des Wortes, die das Unmögliche nicht glaubhaft, aber möglich macht.

In Dennis Villeneuves Blade-Runner-Sequel mit Ryan Gosling und Ana de Armas stehen die Bilder im Zentrum. (Bild: zVg)

Und was 1974 passierte, als Francis Ford Coppola mit seiner ersten Fortsetzung der Godfather-Trilogie für Aufregung sorgte, indem dieser zweite Teil den vorangegangenen an Schau- und anderen Werte übertraf, ist jetzt auch bei der Blade Runner-Fortsetzung zu erleben: Villeneuves Film ist ein Meisterwerk, das es mit dem «Original» mehr als nur aufnehmen kann. Das ist vor allem dem Kameramann Roger Deakins zu verdanken, der bereits 13 Mal vergeblich für den Oscar nominiert wurde. Die berühmte Trophäe wird ihm hoffentlich diesmal in die Hand gedrückt, hat es doch schon lange keinen Film mehr gegeben, der mit den Bildern eine Geschichte erzählt; die man lesen kann, und die dem Grundsatz von Fritz Lang entspricht, der 1927 zu seinem «Metropolis», zufälligerweise einer der ersten Science- Fiction-Filme überhaupt, sagte: «Auf die Bilder kommt es an!»

«Blade Runner 2049». UK/Kanada/USA 2017. Regie: Denis Villeneuve. Mit Ryan Gosling, Harrison Ford, Ana de Armas, Sylvia Hoeks, Robin Wright, Mackenzie Davis, Carla Juri, Jared Leto u.a. Deutschschweizer Kinostart am 5. Oktober 2017.

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