Weihnachtsgeschenk der Basler Musikszene

Frühes Weihnachtsgeschenk der Basler Musikszene: In der Kuppel traten am Mittwoch elf Formationen auf und boten im intimen Rahmen einen lebendigen Überblick darüber, woran sie arbeiten.

Wenn man bedenkt, dass sonst oft gerne über internationale Konkurrenzfähigkeit und Erfolge, doch mehr über Kommerz als Kunst geredet wird, so war dieser Abend ein tolles Geschenk.

Geschenke sollten verpackt sein, mehr oder weniger edel, sie sollten überraschen. Nach drei Jahren ist die Veranstaltungsrubrik «Mitten in der Woche» vielleicht keine so grosse Überraschung mehr, aber ganz sicher immer noch ein Geschenk. In entspanntem Rahmen präsentieren lokale Künstler jeweils am ersten Mittwoch im Monat ihr Schaffen oder einen Teil davon. Die Allstar-Show in diesem Dezember sollte eine Art musikalischer Adventskalender sein und ist gleichzeitig eine Art Vorschau, so tritt Anna Aaron im Februar in der Kuppel auf oder Lena Fennell bringt im Frühling ihre neue EP heraus.

Ja, natürlich, Lena Fennell hat im Interview über viel gescheitere Sachen gesprochen als nur über Essen, aber das passt halt zu Weihnachten. Mit «Melancholia» präsentierte die Sängerin eine winterlich passende Ballade, war aber äusserst gut gelaunt. Roli Frei dagegen erinnerte sich sehnsuchtsvoll an die « Last Days of Summer», während Anna Aaron, als sie sich ans Klavier setzte, darauf hinwies, dass man den Stuhl im Clara-Brocki kaufen könnte und sogar den Preis wusste.

Kuppel Konzert

Über den Abend in der Kuppel könnte man, müsste man viele Geschichten erzählen. Man könnte analysieren, einordnen, Musikstile aufzählen, Plattenverkäufe hervorkramen, den Zustand der Musikindustrie bejammern… Doch dann würde es sich so anfühlen, als müsste man selbst die Preisetikette des Geschenks abkratzen. Der Zauber wäre irgendwie dahin. Denn spielt es wirklich eine Rolle, wieviel Platten einer verkauft? Ob die Leute vor dem Konzert Schlange stehen? Sicher tut es das, manchmal. Aber nicht an diesem Mittwoch.

Der Abend, an dem elf Formationen (falls richtig gezählt), je zwei Songs spielen, ist der stete Tropfen, der den Stein höhlt, präsentiert, was Musik kann, sie ausserordentlich macht und dass das Aufeinanderprallen von Spielstilen, Interpretationen für das Publikum eigentlich nur eine Bereicherung sein kann. Und so wird er zu einem Geschenk, der gewöhnliche Mittwochabend im Dezember.

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