gesichtet #63: «Ich bin reich, gut aussehend und habe schon gegessen»

gesichtet #63: «Ich bin reich, gut aussehend und habe schon gegessen»

Von Michel Schultheiss Die Mittlere Brücke in Basel ist um ein Spektakel reicher. Weder ist weder von Eric Webers Ausraster noch von den Liebesschlössern am Gitter des Käppelijoch die Rede. Es sind auch nicht die Akkordeonisten, Bettler, Missionare, Politiker oder Fundraising-Beauftragte gemeint, welche beim dort die Aufmerksamkeit der Fussgänger fordern.…

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gesichtet #58: Littering-Poesie aus Kleinhüningen

gesichtet #58: Littering-Poesie aus Kleinhüningen

Von Michel Schultheiss Ausnahmsweise wird keine eine entlaufene Katze gesucht. Es wird auch nicht die Ausrufung der Monarchie angekündigt, kein Rheinhattan versenkt und schon gar kein Marabout bekannt gemacht. Bei den Zetteln, welche bisweilen an den Kleinhüninger Sitzbänken kleben, geht’s um etwas anderes: Mit Vierzeilern soll die Aufmerksamkeit der Passanten…

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gesichtet #57: Die Mär vom Untergang der «Sonne»

gesichtet #57: Die Mär vom Untergang der «Sonne»

Von Michel Schultheiss Der amerikanische Jazz-Pianist Horace Silver und das Dancing «Sonne» an der Rheingasse haben etwas gemeinsam. Musikalisch mögen sie das Heu nicht auf der gleichen Bühne haben – zwischen Hard Bop und Party-Krachern liegen schliesslich Welten. Beiden wurde aber kürzlich die Ehre zuteil, fälschlicherweise totgesagt zu werden. Während…

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gesichtet #56: Ein Medizinmann aus Basel

gesichtet #56: Ein Medizinmann aus Basel

Von Michel Schultheiss Die Luft ist geschwängert vom Zimtduft der Räucherstäbchen. Italienische Barockmusik ist zu hören. Tropische Pflanzen, indianisches Kunsthandwerk und farbenkräftige Bilder des Künstlers Élon Brasil legen nahe, dass es sich hier um eine besondere Praxis handelt. Auch der Behandelnde ist eine Erscheinung für sich: Bekleidet mit einem Lendenschurz…

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gesichtet #55: Die Protest-Passage und die Steinewerfer

gesichtet #55: Die Protest-Passage und die Steinewerfer

Von Michel Schultheiss Sie sind als Schleichwege bekannt: Verwinkelte Gässlein oder finstere Fussgänger-Passagen, die nicht einmal auf Google Maps zu finden sind. Dennoch sind sie nicht zu unterschätzen – schliesslich vermeidet man dank ihnen grössere Umwege. Zudem sind diese Weglein bisweilen noch richtige Trampelpfade im Vergleich zu den gepflegten grösseren…

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gesichtet #53: Prominente Unterstützung für den König – Dom Manuel III meets Eric Weber

gesichtet #53: Prominente Unterstützung für den König – Dom Manuel III meets Eric Weber

Von Michel Schultheiss Seelenruhig verharrt er mit den Flyern und Plakaten vor dem Rathaus. Die vorweihnachtliche Einkaufshektik mag ihn nicht aus der Ruhe bringen. Ihre Majestät Prinz Dom Manuel III de Portugal Hohenzollern Borbone Bourbon Bragança führt dort weiterhin die Manifestation der Monarchie durch. Der verhinderte König von Portugal, dessen…

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gesichtet #52: Porno, Poulet und Poetry Slam – über den Wandel am Burgfelderplatz

gesichtet #52: Porno, Poulet und Poetry Slam – über den Wandel am Burgfelderplatz

Von Michel Schultheiss Beim Burgfelderplatz wurde schon mal zu nächtlicher Stunde ein Mann tot aufgefunden. Hardy war der Name des Ärmsten. Es war der Kommissär, der – etwas angetrunken aus seinem Lieblingslokal stapfend – den schrecklichen Fund machte. So ist es zumindest in Hansjörg Schneiders Roman «Hunkeler macht Sachen» aus…

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gesichtet #50: Jahrmarkt-Schauermärchen einst und jetzt

gesichtet #50: Jahrmarkt-Schauermärchen einst und jetzt

Von Michel Schultheiss Eines schönen Tages geschah Sonderbares mit der «Enterprise». Das beliebte Kopfüber-Fahrgeschäft aus den Siebzigerjahren drehte wie gewohnt seine rasanten Runden. Dann aber wollte der fliegende Bau mit den Gondeln, die an Bügeleisen erinnerten, einfach nicht mehr stoppen. In einem Affenzahn drehte der rund zwanzig Meter hohe Radkranz…

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gesichtet #48: Die Mühle des Wissens (Zweiter Teil)

gesichtet #48: Die Mühle des Wissens (Zweiter Teil)

Von Michel Schultheiss Skripte, Repetitorien, Nachschlagwerke, Notebooks, und Leuchtstifte belegen die Lesetische. Hinzu kommt die eine oder andere Mineralwasserflasche – die nach den Hausregeln einzige gestattete Form der Lebensmittelversorgung im Lesesaal der Basler Uni-Bibliothek. Neben den Tischen seit jüngster Zeit auch Plastikkörbe mit dem Logo der Basler Kantonalbank. Anscheinend sollen…

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gesichtet #40: Da Vincis Notizbuch

gesichtet #40: Da Vincis Notizbuch

 Von Michel Schultheiss Zu abendlicher Stunde sind unerwartete Kneipenbegegnungen keine Seltenheit. Egal ob redselige Tischgäste, Blumenverkäufer oder Studentinnen, die Zigarettenmarken promoten – vieles ist zu diesen Uhrzeiten keineswegs überraschend. Es gibt aber jemanden, der auch beim abgebrühtesten Bargänger immer wieder für Verwirrung sorgen kann. Die Szene spielt sich meistens so…

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gesichtet #39: Die Ecke der Computer-Nostalgiker

gesichtet #39: Die Ecke der Computer-Nostalgiker

Von Michel Schultheiss Die bläulich schimmernden Schachteln ergänzen sich prima mit den zerfallenden Zimmerpflanzen. Das Windows 98-Handbuch gibt womöglich einen Hinweis darauf, wann die Schaufensterauslagen zuletzt gewechselt wurden. Die sichtlich verblichenen Farben geben verleihen dem Schaufenster somit einen Hauch von Software-Museologie. Nach all den hier beschriebenen bemerkenswerten Geschäften an der…

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gesichtet #35: Ein Basar in der Bauzone

gesichtet #35: Ein Basar in der Bauzone

Von Michel Schultheiss Ein alter Schweizer Armeehelm, eine Papstbüste, ein Krokodil-Präparat sowie ein Sousaphon-Trichter werden feilgeboten. Nebst Kettensägen und alten Fasnachtsblaggedde fällt auch ein seltsames Saiteninstrument auf. «Keine Ahnung, wie dieses Instrument heisst – hab ich in Ägypten oder Tunesien gefunden», erklärt der Verkäufer. Nicht nur Trouvaillen dieser Art lassen…

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gesichtet #33: Berlusconis Altherren-Fantasien

gesichtet #33: Berlusconis Altherren-Fantasien

Von Michel Schultheiss Wenige Basler Bars haben bei der Namensgebung derart auf das Zeitgeschehen geachtet wie diejenige an der Ecke Klybeck-/Offenburgerstrasse. War das Lokal vor wenigen Jahren noch unter dem seltsamen portugiesisch-englischen Wortkonstrukt «Novo Help» und später als «Red Royce» bekannt, so präsentiert es sich nun viel direkter und unverblümter.…

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gesichtet #30: Die «andere» Baselworld

gesichtet #30: Die «andere» Baselworld

Von Michel Schultheiss Wenn High Heels, Nadelstreifenanzüge und Luxusuhren das Stadtbild prägen, wenn in den Trams ein babylonisches Sprachgewirr zu vernehmen ist und beim Messegelände vermehrt Polizisten und schicke Schlitten zu sehen sind, steht fest dass die Baselworld begonnen hat. Dieser Jahrgang dürfte besonders prunkvoll daherkommen: Der neue Messebau feiert…

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gesichtet #29: Das Enfant terrible im neuen Gewand

gesichtet #29: Das Enfant terrible im neuen Gewand

Von Michel Schultheiss Von den einen wird es gemieden, von den anderen als Kuriosum bewundert: Schon einmal war hier vom wohl merkwürdigsten Gässlein Basels die Rede. Die letzte Fotokolumne bedarf allerdings dringend einer Aktualisierung: Das Steinenbachgässlein ist nicht mehr dasselbe. Einst verliehen die unzähligen Tags der hinter der Ausgangsmeile versteckten…

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gesichtet #27: Die Stadtnomaden vom Klybeckquai

gesichtet #27: Die Stadtnomaden vom Klybeckquai

Von Michel Schultheiss Rangierloks scheppern im Hintergrund, Rheintanker tuckern vorbei, und Lastwagen drehen brummend ihre Runden. Alles, was hier rollt und rumort, hat kürzlich einen einiges leiseren Zuzug erhalten: Zwischen dem knallgelben Gondrand-Gebäude, klotzigen grauen Tanklagern und den Bahngeleisen tut sich seit ein paar Tagen eine kleine Oase auf. Eine…

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gesichtet #26: Kitsch-Kondore und Anden-Romantiker

gesichtet #26: Kitsch-Kondore und Anden-Romantiker

Von Michel Schultheiss In vielen Städten gehören sie zum Strassenbild wie die Verkäufer von Airbrush-Postern. Und analog zu diesen glitzernden Delfinen, die vor Sonnenuntergängen springen und Wölfen, die in den Mond heulen, verzaubern auch diese Musiker die Fussgängerzonen in süssliche New-Age-Welten. Mit ihren Sicus, Quenas und anderen Instrumenten aus dem…

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gesichtet #24: Die Wahrheit über den Hunde-Singlefrauen-Trick

gesichtet #24: Die Wahrheit über den Hunde-Singlefrauen-Trick

Von Michel Schultheiss Der mysteriöse Flyer, der in letzter Zeit in der Stadt zu sehen war, beflügelte die Fantasie einiger Betrachter. Manche witterten eine Fährte ins Rotlichtmilieu und vermuteten eine dreiste Zuhälter-Strategie hinter dem Mädchen mit dem sehnsüchtigen Blick. Ein «Zeitnah»- Kommentarschreiber vermutete gar eine professionelle Hundewursterei hinter der Vermisst-Anzeige.…

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gesichtet #23: Der Hunde-Singlefrauen-Trick

gesichtet #23: Der Hunde-Singlefrauen-Trick

Von Michel Schultheiss Bekanntlich sind Tiere und überdurchschnittlich attraktive Menschen stets taugliche Blickfänger. Eine Kombination aus beidem ist noch besser. Das hat auch die Urheberin oder der Urheber dieses Plakates begriffen. Zwar trifft man in jeder Stadt unzählige rührende Vermisst-Anzeigen, auf welchen die herzallerliebsten Vierbeiner abgebildet sind. Doch dieses Plakat…

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gesichtet #22: Basels verkannter König

gesichtet #22: Basels verkannter König

Von Michel Schultheiss «Ich suche Paparazzi, Frauenrechte, Rechtsanwälte, Journalisten, Publizisten, Patenschaft»: Ein Inserat der besonderen Art begleitet ihn jeweils. Auch nach Bürohilfen, Support Groups, Musikern und Sängern hält er Ausschau  – und dies in mehreren Sprachen. Was die Paparazzi anbelangt, hat er offensichtlich seine Meinung geändert, denn früher lehnte er…

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gesichtet #13: Ein Christkind im Supermarkt

Von Michel Schultheiss Engelssichtungen beschäftigen auch heute noch viele Menschen. Besonders während der Weihnachtszeit sollte es daher naheliegend sein, den geflügelten himmlischen Boten über den Weg zu laufen – oder auch dem Christkind höchstpersönlich. Oft wird bedauert, dass das sympathische fliegende Kind mit der goldenen Haarpracht vermehrt dem Weihnachtsmann amerikanischen…

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gesichtet #12: Hainachtszeit

Von Michel Schultheiss Mitten im weihnachtlichen Glitzerwald macht sich eine Rückenflosse bemerkbar. Dass das gefürchtete Tier auch die Weiten eines opulent ausgestatteten Shoppin Malls aufsucht, müsste eigentlich niemanden mehr erstaunen: Seit dem B-Movie „Mega Shark Versus Giant Octopus“ wissen wir, dass selbst ein Passagierflugzeug vor Haiattacken nicht sicher ist. Daher…

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gesichtet #9: Die Dönervögel vom Kohlenberg

gesichtet #9: Die Dönervögel vom Kohlenberg

Von Michel Schultheiss Das Geflügel präsentiert sich hier in der Dönerbox. Es lässt sich jedoch bezweifeln, dass die nimmersatten «fliegenden Ratten» Basels ebenso schmackhaft sind wie der einstige Inhalt dieser Schachtel. Insbesondere die Pommes frites scheinen es dieser Stadttaube angetan zu haben. Nun gilt es, schnellstens zuzugreifen, denn die Artgenossen…

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gesichtet #7: Der Überflieger für die Gebisse

gesichtet #7: Der Überflieger für die Gebisse

Von Michel Schultheiss Viel ist die Rede vom umstrittenen Einkaufszentrum in der denkmalgeschützten Basler Markthalle. Dabei bleibt das kleine Geschäft gleich nebenan nahezu unbeachtet: Im Schatten des wuchtigen alten Kuppelbaus, der vor einigen Monaten als Shopping-Palast den Betrieb aufgenommen hat, trotzt nach wie der winzige Nachbarsladen dem Koloss von nebenan.…

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Kommentatort 52: “Mein Revier”

Der neue Dortmunder Tatort „Mein Revier“ liefert vier triftige Gründe, ihn nicht zu schauen. Sie heissen: Peter Faber (Jörg Hartmann), Martina Bönisch (Anna Schudt), Nora Dalay (Aylin Tezel) und Daniel Kossik (Stefan Konarske). Der filmische Rückzug ins Ermittlerprivatleben zwecks Übertünchung von “plotholes” nervt schon bei einem einzigen oder zwei Tatort-Ermittlern…

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gesichtet #5: Die dunkle Seite des Entsorgers

Von Michel Schultheiss Anscheinend haben Abfall-Unholde diesem öffentlichen Mülleimer mitsamt seiner Umgebung schwer zugesetzt. So wie Glas-Sammelstellen des Öfteren unter einer exponentiellen Vermehrung von wilden Mülldeponien leiden, könnten ähnliche Übel sogar einem derart unschuldigen Ort wie diesem hier, einem Garten gleich neben einer Kuhwiese, widerfahren sein. Wie bei so vielen…

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gesichtet #4: Fundamentalistisches Fastfood

gesichtet #4: Fundamentalistisches Fastfood

Von Michel Schultheiss Weshalb wohl die gefürchteten afghanischen Islamisten nun Schweinefleisch am Spiess drehen? Diese Frage stellt sich beim Anblick dieses Imbisslokals in Mexiko-Stadt. Die Taquería unweit der Metrostation San Antonio fällt durch ihren ausgefallenen Namen auf, ist aber ansonsten bloss eine von unzähligen Verpflegungsstätten dieser Art. Die wohl beliebteste Strassenköstlichkeit…

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