gesichtet #119: Das verbotene Basel (Teil 1)

Von Michel Schultheiss

Die Stadt glänzt nicht nur mit bizarren Köpfen, seltsamen Läden und Gewächsen. Eine ganz eigene Kategorie sind Verbotsschilder. Es geht hier aber nicht um die offiziellen Exemplare, sondern um die «Handarbeit». Manchmal sind’s professionell gestaltete Tafeln, manchmal aber auch nur zerknitterte A4-Blätter, die jeweils spannende Geschichten dahinter vermuten lassen: Wie kam der Urheber wohl auf die Idee, so etwas aufzuhängen? Bisweilen sind es sehr nachvollziehbare Gründe, manchmal ist die Motivation dahinter auch schleierhaft.

Bekanntlich können Waschküchen für Nachbarschaftskriege und sonderbare Regeln sorgen, an manchen Orten sorgen auch Betonplätze vor der Kirche für Zündstoff und auch die Uni-Bibliothek hat sich seit ein paar Jahren mit Mantel-, Rucksack- und Getränkeflaschenregeln nicht nur beliebt gemacht. Selbsternannte Ordnungshüter gibt’s aber auch an anderen Orten in Basel. Von daher lohnt es sich, mal einen Blick ins Verbotsarchiv zu werfen. Die Aufnahmen stammen aus den letzten paar Jahren und von daher gibt’s einige dieser Schilder gar nicht mehr – Grund genug, ihnen nachträglich zu Bekanntheit zu verhelfen. Besonders da, wo irgendetwas gespielt wird, hört der Spass auf. Wie hier das Spielen definiert wird, sei mal dahingestellt:

Spielen verboten

Foto: smi

Sobald dann auch noch Bälle im Spiel sind, wird’s besonders heikel. Bereits schon ein Klassiker ist das Fussballverbot. Ob diejenigen, welche diese Schilder aufhängen wohl dieselben sind, welche sich über die mangelnden sportlichen Tätigkeiten bei den Jugendlichen oder allfällige Misserfolge die Schweizer Nati beklagen?

Fussballverbot

Foto: smi

Wer lieber ein Instrument lernt oder Gesangsunterricht nimmt als Fussball spielt, wird ebenfalls gemassregelt, sofern er das auf der Strasse zum Besten gibt. Allerdings hielt es dieses Verbot nicht lange in der Innenstadt aus. Die Stadt schaffte das selbst Abhilfe, mit einem weniger radikalen, doch seltsamen Regelwerk für den Standort der Strassenmusiker. Der Zettel eines sichtlich genervten Anwohners hielt es vor rund vier Jahren immerhin eine Zeit lang mitten in der Innenstadt aus:

Musizieren und Singen nicht gestattet

Foto: smi

Es gibt auch Verbotsschilder, die offensichtlich schon von Versicherungen gesponsert sind. In diesem Fall ist es eine schlechte Nachricht für alle Stadtwanderer, welche sich diesen malerischen Eingang als Rastplatz ausgesucht haben:

Picknickverbot

Foto: smi

Für die einen ist’s der dunkle Korridor, für die anderen die Toilettenkabine in einem Wagen: Während den längst vergangenen Zeiten der Nächte auf dem nt-Areal gab’s mal ein Verbot der besonderen Art. Bestimmt hatte auch dieses eine interessante Vorgeschichte:

1 Person pro WC-Kabine

Foto: smi

Selbstverständlich ist der Rundgang durch die «verbotene Stadt» noch nicht beendet. Weitere Beispiele werden folgen. Wer in letzter Zeit ein besonders herrliches Verbot gesichtet hat, kann sich gerne bei «Zeitnah» melden.

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